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Das Schloss Lembeck

Der Ursprüngliche Familiensitz derer "von Lembeck" hat näher am Dorfkern gelegen. Es wird angenommen, dass der der Haupthof westlich der Wulfener Straße, dem alten Turmeingang der Kirche gegenüber, gelegen haben muss. Die alte Flurbezeichnung "Burgwiese" deutet darauf hin. Bei Ausschachtungsarbeiten 1927 wurden in diesem Gebiet zahlreiche große Eichenpfosten gefunden. Es ist der Bereich zwischen der Straße "An der Bleike" und dem "Krusenhof". Diese Burg bestand bis ins 14./15 Jahrhundert. Zu dieser Zeit hat auch schon das heutige Schloß Lembeck bestand gehabt. Johann von Lembeck brachte beide Burgen an sich und machte sie zu offenen Häusern des Stiftes Münster.

Das heutige Schloß Lembeck

Schloss Außen Das Schloß Lembeck ist wahrscheinlich schon im Mittelalter erbaut worden. Es wird angenommen, dass der Bereich um die Schloßkapelle und Schlaunscher Saal wohl der älteste Teil ist. Darauf deuten die extrem dicken Mauern dieses Teiles hin.

Diese Burg wurde dann im 17. Jahrhundert zu der heutigen Barocken Anlage aus- und umgebaut. Die symetrische Anlage ist heute noch zu erkennen, obwohl Brände verschiedene Teile des Schosses vernichteten.
Das Wasserschloß Lembeck ist eines der wenigen Schlösser des Münsterlandes, welches auch von Innen besichtigt werden kann. Schlossbogen

Hier sind nicht nur wertvolle Exponate wie z.B. "Der Prahlhans" zu besichtigen sondern auch der "Schaunsche Saal". Dieser Saal wurde von Conrad Schlaun, dem bekannten Baumeister aus Münster, gestaltet. Aber nicht nur das Museum hat attraktives zu bieten, sondern auch das Heimatmuseum von Lembeck, welches im Schloß untergebracht ist. Sehenswert sind auch die Parkanlagen. Wer länger bleiben möchte, kann im Schloßhotel übernachten. Das Schloß ist nicht nur ein beliebtes Motiv für Fotografen, sondern auch für Maler aus der Umgebung. Einige Beispiele können Sie hier besichtigen. Auf dieser Seite finden Sie in Zukunft noch wesentlich mehr Bilder und Informationen zum Schloß

 

Historischer Überblick

Umgeben von Wäldern, Wiesen und offenen Feldern des Naturparks Hohe Mark liegt am nördlichen Rand des Ruhrreviers das Wasserschloß Lembeck. Die barocke Anlage schuf ein unbekannter Baumeister Ende des 17. Jahrhunderts ganz im Stil seiner Zeit aus einer alten Burg. Beim Hause Lembeck lag bis 1803 eine Untergerichtsbarkeit, eine Unterherrlichkeit des Stiftes Münster. Davon ist die Bezeichnung »Herrlichkeit Lembeck« abgeleitet.

Bauherren des Schlosses waren die Herren von Westerholt-Hackfurt, Nachfolger der Familie Lembeck. Mit Dietrich Conrad Adolf starb das Geschlecht in männlicher Linie aus, und durch die Heirat seiner Tochter ging Lembeck an die Familie von Merveldt über. Sie besitzt das Schloß noch heute. Das berühmteste Mitglied der Familie dürfte Reichsgraf Maximilian Friedrich von Merveldt gewesen sein, der sich in der Völkerschlacht von Leipzig auszeichnete und später Staatsmann in österreichischen Diensten war.

Nähert man sich dem Schloß über die 200 Meter lange Allee, so blickt man durch die gesamte Schloßanlage hindurch. Die Ost-West-Achse von etwa 500 Meter Länge wird perspektivisch von Obelisken und Torbögen, von Architektur und Natur, von Licht und Schatten locker gegliedert, bis sie sich am anderen Ende im Park verliert. Die Gebäude - Vorburg und Hauptburg - stehen auf Inseln in einem rechteckigen - 190 Meter langen und 160 Meter breiten - Teich und sind durch einen Damm verbunden. Diese vollendete Konzeption ist in Westfalen einmalig. Möglicherweise erhielt der unbekannte Architekt die Anregungen für diese im Barock selten anzutreffende Lösung vom Wiener Schloß Schönbrunn, das Fischer von Erlach 1692 entwarf. Den Eingang zur Vorburg säumen mehrere gequaderte Sandsteinpfeiler mit Figurennischen und Siegestrophäen. Gekrönt werden sie von wappentragenden Löwen. Aus der schlichten Fassade der Vorburg, die in 110 Meter Breite aus dem Wasser steigt, hebt sich nur das Torhaus hervor. Es zieht den schweifenden Blick auf sich und lenkt ihn schließlich wieder auf die Hauptachse zurück.

Die Vorburg war dreiflügelig gebaut, jeweils mit einem Turm an den Ecken. Ein Flügel brannte im vergangenen Jahrhundert ab, so daß das heute in eine Gartenanlage umgewandelte innere Karree nur noch von zwei Flügeln begrenzt wird. Ein Schlußstein mit Wappen über der Tordurchfahrt zeigt das Jahr 1692 an.

Hinter dem gartengeschmückten Hof liegt, durch einen Wasserarm abgetrennt, die Hauptburg. Die schlicht wirkende dreigeschossige Hauptfassade trug einst eine auf Putz gemalte Quaderung. Es war ein Kunstgriff, mit dem man die Spuren der verschiedenen Bauepochen zu verbergen suchte. Dennoch werden Grundriß und unterschiedliche Fensterhöhen verraten haben, daß Schloß Lembeck nicht aus einem Guß entstanden ist.

Im 14. Jahrhundert stand an der Stelle des heutigen Schlosses eine sogenannte Motte (Turmhügelburg) in Sumpf und Wasser. An diese erste, nur aus einem Turm bestehende Burg auf einem Hügel wurde nach Norden hin ein Zweikammerhaus angebaut. Der heute als Festsaal benutzte Raum dürfte die Saalkammer gewesen sein. Durch Erweiterung nach Westen hin entstand im 15. Jahrhundert ein Dreikammerhaus mit einem Turm. Im 17. Jahrhundert schließlich wurde das Bestehende durch die südlichen Bauten und zwei Pavillontürme erweitert. Zugleich wurde egalisiert, das heißt, man gab dem Ganzen eine einheitliche Fassade. Schwerpunkt ist das zweigeschossige Portal in gequadertem Sandstein. Über einer Figurennische mit einer lebensgroßen Madonna halten Löwen das kronengezierte Wappen der Lembeck-Westerholt und von der Recke.

Der Durchgang führt in den kleineren Innenhof, der zum Park hin von zwei eleganten Brückenpfeilern aus rötlichem Back- und gelblichem Baumberger Sandstein begrenzt wird. Die Entwürfe zu den lustigen wappenhaltenden Putten stammen von dem jungen J.C. Schlaun (1728), dem Schloß Lembeck viel von seiner Eleganz und Leichtigkeit verdankt. Das Erdgeschoß wurde zu einem Restaurant ausgebaut, im Obergeschoß befindet sich das Schloßmuseum. Eine Freitreppe führt über die Terrasse in eine kleine Halle, wo rechts ein 45 Meter langer Flur nach der einen Seite fünf im Kabinettsystem angeordnete Zimmer und das Treppenhaus erschließt. (Als Kabinettsystem bezeichnet man die aus Frankreich übernommene Zimmerflucht in einer Achse.) Von der Halle aus nach der anderen Seite liegt der ebenfalls von Schlaun entworfene Festsaal mit spätbarocker Ausstattung. Kamine, Bilder der Familie, gemalte Suprapotten vor allem aber die zarten, schwungvollen Stuck-Rocaillen der Decke, die Sinnbilder der vier Jahreszeiten umrahmen, geben dem Raum Atmosphäre. Das teilweise vergoldete Rahmenwerk an den Kaminen erinnert an den Speiseraum in Nordkirchen, die Stukkaturen gleichen denen im Gelben Appartement von Schloß Augustusburg, Brühl - beide Räume wurden ebenfalls von Schlaun konzipiert. Vielleicht haben auch in Lemheck so berühmte Stukkateure wie Cuvilliés, Marsegno und die Brüder Castelli mitgearbeitet.

Die Wände des langen Flures schmücken flämische Gobelins aus dem 17. Jahrhundert mit Darstellungen mythologischer Szenen Vitrinen mit feinem Porzellan aus Holland und Ostasien hängen über einem durchgehenden Kachelpaneel. Das Holzrelief aus dem frühen 16. Jahrhundert mit der Darstellung des Abendmahles wirkt ähnlich deftig wie das berühmte »Schinkenabendmahl« in der Wiesenkirche zu Soest. Truhen, Geschirrschränke (1693), flämische Messingteller und eine ehemalige Kommunionbank aus geschnitzten flämischen Schrankfüllungen (Ende des 16. Jh.s) vervollständigen die im Flur zusammengestellte Sammlung.

Das Heimatmuseum enthält ein Modell der Schloßanlage, Sammlungen von bäuerlichen Geräten und Gebrauchsgegenständen.

Alle anderen Salons sind mit Schloßinventar eingerichtet. Kulturhistorisch interessant sind auch die den Kaminen vorgesetzten gußeisernen Öfen. Im Turmzimmer ist die Vertäfelung aus Schauseiten von Truhen des Rokoko und Empire beachtenswert. Im kleinen Saal werden den Liebhaber alter Möbel das Münzkabinett aus Antwerpen, der spanische Perlmuttschrank (17. Jh.) und das reichgemusterte, genagelte Parkett erfreuen. Besondere Raritäten sind die gemalten Leinwandtapeten von 1760. Seltenheitswert hat der zweistöckige holländische Geschirrschrank (1771), der »Prahlhans«: auf sich verjüngenden Etagen mit Zinnspitzen präsentiert er köstliche Porzellane aus China und Pokale in einer überwältigenden Schau.